Therapie

Therapie Bamberg - Praxis Feinsinn

Was ist Therapie? 

Der Begriff Therapie/Psychotherapie lässt sich vom Altgriechischen ableiten (psyche = Seele, Atem; therapeia = Heilung, Behandlung) und kann mit Seelenheilung oder Behandlung der Seele übersetzt werden. Während sich körperorientierte Therapien, wie beispielsweise die Physiotherapie im Schwerpunkt mit der Heilung des "Außens" (das Sichtbare, der Körper) beschäftigen, behandelt die Psychotherapie das "Innen" (das Unsichtbare, die Seele).

Wieso ist eine Spezialisierung auf (Hoch)Sensible in der Therapie sinnvoll?

(Hoch)Sensible Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind nicht nur bezüglich ihrer Umgebung äußerst wahrnehmend, sondern auch bezüglich ihrer eigenen Psyche. Probleme, Belastungen und Krisen können sich demnach umfassender äußern. (Hoch)Sensible benötigen dafür auch einen Therapeuten oder eine Therapeutin, der/die für die (Hoch)Sensibilität sensibel ist. 

Welche Formen von Therapie gibt es?

 

Die Formen von Therapieansätzen sind so unterschiedlich wie der Mensch selbst. Grundsätzlich lassen sich jedoch vier Hauptkategorien von Therapieformen unterscheiden:

  • (kognitiven) Verhaltenstherapie

  • tiefenpsychologisch fundierten Therapie

  • psychoanalytischen Therapie

  • systemischen Therapie

Was ist systemische Therapie?

Zum Ansatz der systemischen Therapie wird seit rund 60 Jahren geforscht. Im Vergleich zu den drei Ansätzen der (kognitiven) Verhaltenstherapie, der tiefenpsychologischen Therapie und der psychoanalytischen Therapie ist die systemische Therapie noch verhältnismäßig jung. Das macht die systemische Therapie jedoch nicht weniger wertvoll – das Gegenteil ist der Fall: die systemische Therapie ist erfolgreich, gerade weil sie so jung ist; denn dadurch lassen sich die Herausforderungen des "Heutes" ganzheitlicher abbilden. Systemische TherapeutInnen arbeiten dabei nach folgenden Prinzipien:

  1. Das soziale Umfeld wird mit einbezogen

    • ​Die systemische Therapie geht davon aus, dass sich Probleme und Störungen immer in Abhängigkeit vom Umfeld (Familie, PartnerIn, Arbeit, Schule, Freunde, Gesellschaft etc.) entwickeln. Das bedeutet nicht, dass die beteiligten Personen bei jeder therapeutischen Sitzung anwesend sind, sondern dass je nach Bedarf wichtige Beteiligte eingeladen werden. Viel wichtiger als die Anwesenheit des Umfeldes ist, dass systemische TherapeutInnen im Blick haben, dass die Beziehungen der/des KlientIn Teil des Problems sein können und damit einen umfassenderen Ansatz verfolgen.​

  2. Jedes Symptom hat einen Sinn​

    • In der systemischen Therapie werden Symptome und Probleme nicht als Fehlverhalten, Schwächen oder Defizite interpretiert. Vielmehr sind diese Lösungsversuche – "leider" jedoch keine hilfreichen Lösungsversuche für die aktuelle Situation. Symptome und Probleme können in früheren Lebensphasen hilfreich gewesen sein, sind es aber jetzt nicht mehr. Systemische TherapeutInnen fragen nach dem Sinn und dem guten Zweck des Symptoms und finden gemeinsam mit der/dem KlientIn heraus, wie das aktuelle Lösungsverhalten verändert werden muss, um auch für die heutige Problemlage wirkungsvoll zu sein.​

  3. Ressourcen und Stärken stehen im Mittelpunkt

    • Die systemische Therapie arbeitet nach dem Prinzip der positiven Psychologie und konzentriert sich auf die Stärken und Ressourcen der/des KlientIn. Systemische TherapeutInnen sind auf der ständigen Suche nach: Was trägt zur Lösung bei? Was hilft? Und es hat sich in der Therapie bewährt, den Fokus auf die Stärken der/des Klienten zu legen; und nicht auf schwächende Defizite.​

  4. Lösungen (er-)finden, statt Probleme lange und tief durchwühlen

    • Wenn einem alles über den Kopf steigt, nutzt der Mensch in der Regel eine der drei Strategien: fight, flight, freeze (Kampf/Angriff, Flucht, Totstellen). Wenn KlientInnen in die Therapie kommen, haben sie sich bereits dazu entschieden, sich dem Problem zu stellen – anzugreifen. Endlos über Probleme reden kostet nicht nur Zeit, sondern führt auch dazu, dass die/der KlientIn zunehmend das Gefühl für die eigenen Stärken, Ressourcen und die eigene Kreativität verliert. Deswegen wird in der systemischen Therapie zügig damit begonnen, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.​

  5. Die Kraft der/des KlientIn zur Lösung nutzen

    • Systemische TherapeutInnen achten genau auf die Fähigkeiten der/des KlientIn und versuchen, diese für die Lösung des Problems zu mobilisieren. Die Grundhaltung der systemischen Therapie basiert ganz auf dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe". Das Ziel jeder therapeutischen Sitzung ist es, die/den KlientIn so schnell wie möglich in die eigene Kraft zu bringen, so dass dieser wieder in Verbundenheit mit sich selbst seinen Weg gehen kann.

Durch diesen ressourcenorientierten Ansatz der systemischen Therapie reichen oftmals (je nach Verfassung der/des KlientIn) wenige Sitzungen aus, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Wann ist eine Therapie sinnvoll?

Eine Therapie ist vor allem dann sinnvoll, wenn ein Mensch eine starke seelische Belastungen oder Krisen erfährt. Die meisten Menschen fühlen sich durch die Belastung ihrer Psyche auch im Alltag eingeschränkt (Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Einsamkeit, Lethargie etc.) und tragen die Symptomatik bereits über einen längeren Zeitraum. In der Therapie werden oftmals tiefergehende Belastungen sowie vergangene Erfahrungen und Erlebnisse behandelt (innere Kinder, überfordernde/traumatisierende Erlebnisse etc.).